An den Frühling
Willkommen,
schönerJüngling!
Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
Willkommen auf der Flur!
Ei! ei! da bist ja wieder!
Und bist so lieb und schön!
Und freun wir uns so herzlich,
Entgegen dir zu gehn.
(Friedrich
Schiller)
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Herzlich wünschen Dir im
Januar
Deine Freunde Glück für's ganze Jahr.
Ist der
Februar
auch naß und kalt,
Die Geselligkeit verkürzt ihn bald.
Schon ruft milde Frühlingsluft im
März
Wärmeres Gefühl in's junge Herz.
Wechselnd, wie das Wetter im
April,
Ist die Laune, die Dich prüfen will.
Fesseln schlingt der Blüthenkranz im
Mai
Um das Herz, wähnt sich's auch leicht und frei.
Doch im
Juni
wächst die stille Glut,
Bis sie schon durch Worte kund sich thut.
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Der
Sommer
Sommer:
für etliche Tage
Begleiter der Rosen zu sein;
was um erblühende Seelen
weht, das atmen wir ein.
Sehen in jeder, die stirbt,
eine Vertraute,
entschwundene Schwester, die wir
unter anderen Rosen überdauern.
(Rilke Rainer Maria)
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Herbst
Fetter
grüne, du Laub,
Am Rebengeländer
Hier mein Fenster herauf!
Gedrängter quellet,
Zwillingsbeeren, and reifet
Schneller und glänzend voller!
Euch brütet der Mutter Sonne
Scheideblick, euch umsäuselt
Des holden Himmels
Fruchtende Fülle;
Euch kühlet des Mondes
Freundlicher Zauberhauch,
Und euch betauen, ach!
Aus diesen Augen
Der ewig belebenden Liebe
Vollschwellende Tränen.
(Johann
Wolfgang Goethe)
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Hat der
Juli
Wetter aufgethürmt,
Such ein Obdach, was Dich gastlich schirmt.
Mit der Ernte füllet im
August
Das Gefühl des Glücks auch uns mit Lust.
Knüpfe Hymens Bande, eh' zu spät
Ein
Septembersturm
durch Stoppeln weht.
Im
Oktober richtet für den Wein
Sich die Kennermiene gründlich ein.
Wie auch des
Novembers
Stürme saußen,
Lieb' und Licht in Dir frägt nicht nach außen.
Leicht legt sich
Dezembereis
um's Herz,
Laß es schmelzen durch der Freunde Scherz.
Natalie von Herder
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Der Winter
Der
Winter hat sich angefangen,
der Schnee bedeckt das ganze Land,
der Sommer ist hinweggegangen,
der Wald hat sich in Reif verwandt.
Die
Wiesen sind vom Frost versehret,
die Felder glänzen wie Metall,
die Blumen sind in Eis verkehret,
die Flüsse stehn wie harter Stahl.
Wohlan,
wir wollen wieder von uns jagen
durchs Feuer das kalte Winterleid!
Kommt, laßt uns Holz zum Herde tragen
und Kohlen dran, jetzt ist es dran.
(Rist Johannes)
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