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Der
Berg und die Ebene (Fabel)
Berg sagte zur Ebene: ich bin höher als du. Kann
sein, erwiderte die Ebene; aber ich bin alles, und du bist nur eine
Ausnahme von mir.
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Der Teil wäre immer so gerne mehr als das Ganze; das Zufällige erhebt
sich
so gerne über das Wesentliche; alles Gemeine spricht so gerne die
Eigentümlichkeit des Vorzüglichen an; der Dachziegel selber scheint
sich in seiner Höhe weit mehr zu fühlen als die Quaderstücke, auf
denen die Mauern seines Hauses ruhen. Auch das Menschengeschlecht wirft
allgemein auf die Ausnahmen der Dinge eine weit grössere Aufmerksamkeit
als auf das, was diese Dinge in der Regel allgemein sind. Das geht so
weit, daß man gewöhnlich in den Anstalten für Blinde und Taubstumme
einen sehr grossen psychologischen Takt in ihren Unterrichtsweisen
angewandt findet und allgemein als notwendig anerkennt, indessen man in
gewohnten Volksschulen kaum daran denkt, daß für den Unterricht
gemeiner Kinder, die alle fünf Sinne in der Ordnung haben, auch so ein
psychologischer Takt in ihrer Unterrichtsweise notwendig wäre.
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